21. Dezember 2025

Wunderpflanze – Rose von Jericho

Text und Bild | Dr. Jörn-Michael Schröder
Superintendent im Kirchenkreis Syke-Hoya

Die „Rose von Jericho“ ist eine wahre Wunderpflanze. Man kann sie jahrelang stehenlassen, ohne sie zu gießen. Doch dann, wenn der braune Ballen mit Wasser in Berührung kommt, verwandelt sie sich zu einer grünen Pflanze. 12 bis 14 Stunden dauert es mit kaltem, 20 Minuten mit kochendem Wasser.

In den Pharaonengräbern fand man sie als Grabbeigaben, sie hatten eine Trockenzeit von 4.000 Jahren überstanden. Die ersten Kreuzfahrer gaben ihr den Namen „Rose von Jericho“. 

Durch das scheinbare Absterben der Pflanze, die dann doch wie wunderbar zu neuem Leben erwacht, hat diese Pflanze auch Einzug in die christliche Tradition gefunden. Die Legenden von der Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten erzählen von der Hebamme Salome, von wilden Tieren, die das Christkind anbeten, von Quellen, die plötzlich aus der Erde springen und nach Honig schmecken.

Und eine Legende erzählt:

Bei einer Rast, als Maria mit dem Christkind vom Esel abgestiegen war, wechselte sie ihm die Windeln. Sie legte die schmutzigen Windeln über den trockenen Pflanzenballen – und gab der Pflanze so das ewige Leben. 

Das neue Leben

Diese alten Legenden verbinden das neue Leben, das mit dem Christuskind in die Welt gekommen ist, mit Bildern der wunderbaren Schöpfung. Mensch und Natur erscheinen in einem harmonischen Einklang. In der Rose von Jericho wird diese Natur schließlich selbst zum Zeichen und zum Bestandteil der wunderbaren Verheißung dieses neuen Lebens. Eine Pflanze, die uns ehrfürchtig staunen lässt über das Wunder des Lebens, das Gott uns an Weihnachten schenkt.