Prophetisch sein – weiter wirken und Hoffnung geben

Das Bild zeigt sechs Menschen, die im freien Stehen und vor sich ein Transparent halten. Davor liegt eine aufblasbare Erdkugel und im Hintergrund ist das Banner der Christians for Future sichtbar. Text auf dem Banner: "Das Leben spüren, staunen, wirksam werden. Schöpfungszeit. Gemeinsam wirksam werden.".

Schöpfungszeit 2026

OG Soest | Was bedeutet es heute, prophetisch zu sein? Den Mund aufmachen, wenn Unrecht geschieht? Hoffnung geben, wenn Krisen übermächtig erscheinen? Oder Menschen zusammenbringen, die gemeinsam etwas verändern wollen? 

Die Christians & Churches for Future Soest und der ökumenische Arbeitskreis Kirche & Klima laden

vom 5. September bis 8. Oktober 2026 

zu einer Schöpfungszeit unter dem Motto „prophetisch sein“ ein.

Dabei geht es um mehr als eine Veranstaltungsreihe. Es geht um eine Haltung: wahrnehmen, was geschieht – darüber sprechen – Verantwortung übernehmen – und gemeinsam Zukunft gestalten.
„Wir können reden: über das, was uns trägt. Wir werden reden: über das, was unsere Gesellschaft bewegt. Wir müssen reden: weil wir Gestalter unserer Zukunft sind.“ So beschreibt das Soester Vorbereitungsteam den Anspruch der diesjährigen Schöpfungszeit.

Prophetisch sein heißt: Fragen stellen

Im Mittelpunkt stehen drei Ausstellungen, die zum Hinschauen, Nachdenken und Diskutieren einladen: „propheTisch“„Augenblick mal“ und „Lass Blumen sprechen“.

Sie stellen Fragen, die mitten in unsere Zeit führen: Wofür stehe ich ein? Wem kann ich folgen? Wozu ist Macht gut? Was ist Unrecht? Wie schaffen wir Frieden? Welche Hoffnung trägt mich? Wohin wollen wir gehen? Und vor allem: Wie können wir gemeinsam Zukunft gestalten?

Damit wird die Schöpfungszeit selbst zu einem Ort des Dialogs. Glaube und gesellschaftliche Verantwortung gehören zusammen. Wer von Schöpfungsverantwortung spricht, muss auch über Gerechtigkeit, Frieden, Macht, Lebensstile und die Zukunft unserer Gesellschaft sprechen.

Vom Reden ins Handeln

Das Programm verbindet Ausstellungen und Gottesdienste mit Vorträgen, spirituellen Angeboten, Klimaschutz, Bildung und Beteiligung. Auf dem Programm stehen unter anderem ein Schöpfungsgottesdienst mit anschließender Vernissage, die Klimawoche in Soest und Lippstadt, das Klimaforum der Stadt Soest, ein Abend zum gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie theologisch-spirituelle Impulse. Den Abschluss bildet ein Vortrag über „Wirkungsorientierung – Religiöse Botschaften für gesellschaftliche Relevanz und Resonanz“.

Besonders spannend: Die Schöpfungszeit versteht sich ausdrücklich als offenes Beteiligungsformat. Menschen, Initiativen und unterschiedliche gesellschaftliche Akteure sind eingeladen, eigene Ideen einzubringen. Kunst, Musik, Literatur und Bildung gehören ebenso dazu wie kommunale Akteure, Unternehmen und zivilgesellschaftliche Initiativen.

So wird aus einer kirchlichen Veranstaltungsreihe ein Hoffnungs- und Verständigungsort mitten im Sozialraum.

Ein Beispiel, das Mut macht

Die Schöpfungszeit in Soest zeigt: Prophetisch zu sein bedeutet nicht, fertige Antworten zu haben. Es bedeutet, die entscheidenden Fragen zu stellen, Widersprüche auszuhalten, Unrecht beim Namen zu nennen und zugleich an Veränderung zu glauben.

Gerade in Zeiten von Klimakrise, gesellschaftlicher Polarisierung und wachsender Unsicherheit braucht es Orte, an denen Menschen miteinander ins Gespräch kommen und neue Handlungsmöglichkeiten entdecken.

Die Schöpfungszeit 2026 will genau einen solchen Ort schaffen. Sie verbindet Spiritualität und gesellschaftliches Engagement, lokale Verantwortung und globale Perspektiven, Nachdenken und Handeln.

„Weiter wirken und Hoffnung geben“ – das ist deshalb nicht nur das Motto der Schöpfungszeit. Es ist eine Einladung an uns alle.

Lasst uns prophetisch sein!

Lasst uns hinschauen, wo andere wegsehen.
Lasst uns Fragen stellen, wo scheinbar alles feststeht.
Lasst uns widersprechen, wo Menschen und Schöpfung zu Schaden kommen.
Und lasst uns gemeinsam Wege suchen, auf denen Veränderung möglich wird.

Schöpfungsverantwortung braucht Menschen, die nicht schweigen – und Gemeinden, die sich einmischen.

Die Schöpfungszeit 2026 in Soest zeigt, wie das gehen kann.

Mehr Informationen und das Programm der Schöpfungszeit 2026

Bilder und Text von CCFF Soest, 2026